Genuss Menü - Restaurant "Cordo"

Die ehemalige „Cordobar" hat die „Bar“ abgelegt. Was bleibt, ist das „Cordo“. Das bedeutet jedoch keinesfalls einen Verlust des hervorragenden Weinangebots. Im Gegenteil: Beim Genuss-Menü zeigten die Gastgeber, dass der Wandel von der Bar zum Restaurant mehr als geglückt ist.

Text und Bild: Laura Lackas


Kulinarik

Seit Ende 2018 kombiniert man im neuen „Cordo“ die bestehende Weinexpertise mit stetig wechselnden Menüs von Küchenchef Yannic Stockhausen. Die Fusion aus einstigem Szenelokal und anspruchsvollen Teller-Kompositionen überzeugt: Dieses Genuss-Menü ist eine gelungene Mischung aus gemütlichem Wein-Abend und Geschmacksexplosion.

 

Dass dieser Abend sich so rund anfühlt, hängt sicherlich von mehreren Faktoren ab. Da wäre zum einen die betont-lässige und gleichzeitig moderne Atmosphäre im Restaurant, die so wunderbar zu Stockhausens Kochstil passt: Die durchdachten Kreationen des gebürtigen Norddeutschen sind von seiner Heimat inspiriert. So serviert er uns zum Start des Abends nicht nur ein fein abgestimmtes Rinder-Tatar und mit Zander gefüllte Kumquats, sondern auch ein Gericht, das so simpel klingt, dass es schon wieder innovativ ist: Räucheraal mit Knäckebrot.

 

1. Gang: Rintertartar, Hoisin

 

2. und 3. Gang: Räucheraal und Knäckebrot, Kumquat und Zander

 

 

4. Gang: Sauerteigbrot, Blumenbutter

 

5. Gang: Gänsestopfleber Taco

 

6. Gang: Lachs, Speck, Sauerkraut

 

7. Gang: Hirsch Khebab

 

8. Gang: Rib Eye Steak, Sellerie, Trüffel

 

1. Dessert: Fermentierte Piña Colada

 

2. Dessert: Apfel, Mohn, Lavendel

 

 

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Doch was wäre das beste Menü ohne einen guten Gastgeber? Stockhausen und Gerhard Retter, Mitinhaber des Cordos, setzen auf Personality und kümmern sich persönlich um die Gäste. Dabei sorgen sie nicht nur für gute Laune und stets volle Gläser, sondern auch für spannendes Zusatzwissen zu den servierten Gerichten.
Auf das Vorspeisen-Dreierlei folgen neben Lachs mit Sauerkraut und Speck sowie Rib Eye Steak mit Sellerie und Trüffel auch ein Taco mit Gänsestopfleber und Hirsch Kebab. Das ist sie also, die charismatische Lässigkeit, die sich nicht nur in Stockhausens Auftritt als Gastgeber, sondern auch in seinen anspruchsvollen Kreationen wiederfindet.
Die Weine vom Pfälzer Weingut Krebs passen stilistisch zum Menü und machen den Abend rund: Neben einem hervorragenden Riesling kommen unter anderem auch ein Sauvignon Blanc und ein würziger Spätburgunder vom Freinsheimer Musikantenbuckel ins Glas.
Das Dessert serviert das Team um Stockhaus – wie sollte es bei insgesamt zehn Gängen auch anders sein – gleich in doppelter Ausführung. Wir starten mit einer besonderen Version der Piña Colada, deren Basis aus Kokos-Eis und fermentiertem Ananassaft in Kombination mit Kokoschip und getrockneter Ananas ein gleichermaßen cremiges wie prickelndes Erlebnis ist.
Während wir uns einen zweiten Schluck des süffigen Gewürztraminer Spätlese genehmigen, legt Stockhausen mit dem nächsten Dessert nach: Apfel, Mohn und Lavendel – fein abgestimmt und außergewöhnlich kombiniert bildet der Gang das perfekte Finale an diesem Abend…
…wäre da nicht noch das Blutwurst-Macaron, das Stockhausen uns präsentiert, kurz bevor wir aufbrechen. Wer es schafft, die fruchtige Süße eines mit Waldbeeren gefüllten Macarons ausgerechnet mit Blutwurst zu bereichern, der ist nicht nur progressiv, sondern auch ziemlich lässig.