Havelland Express
in der Corona-Phase

Interview mit Michael Kunzmann

Die Corona-Krise hat die Gastro-Branche stark gebeutelt.
Inwieweit war Havelland Express vom Shutdown bzw. den Corona-Maßnahmen betroffen?

Der Shutdown hat uns getroffen wie der Blitz – wahrscheinlich wie die meisten in unserer Branche. Wir hatten zu Beginn des Jahres sehr erfolgreiche zwei Monate und haben dem März entgegen gefiebert. Dann hat es sich angefühlt, als wenn uns im Vollsprint der Stecker gezogen wurde: Innerhalb von zwei Wochen sind wir mit einem vollen Warenlager in den totalen Shutdown gegangen.

Wie haben Sie darauf reagiert? Was ist mit den Lagerbeständen passsiert 
Das war in der Tat eine riesige Herausforderung weil wir sowas ja noch nie erlebt haben. Es ist natürlich nicht nur aus finanzieller, sondern auch aus nachhaltiger Sicht, Wahnsinn wenn man Tonnen von Lebensmitteln vernichten muss. Wir haben uns also den Kopf zerbrochen, was wir tun können. Einerseits haben wir Ware an gemeinnützige Organisationen, Kinderhospize und „Kochen für Helden“ gespendet. Andrerseits haben wir einen Marktverbrauch für Endverbraucher ins Leben gerufen. Dieser Hofmarkt wurde in den letzten Wochen zu einem Treffpunkt für Freunde, Kunden und Lieferanten. Hier konnten sie sich unter freiem Himmel auch mal persönlich austauschen – was während der Kontaktsperre sonst ja nicht möglich war. Diesen Hofverkauf werden wir jetzt langfristig beibehalten. 

 

Die ersten Lockerungen sind da; Restaurants und Hotels durften wieder öffnen.
Wie sieht der Start bei Havelland Express aus?

Wir freuen uns, dass es wieder losgeht und wir alle wieder unserer Leidenschaft nachkommen können: Mit tollen Lebensmitteln handeln und für unsere Kunden da sein. Natürlich stehen wir, unsere Lieferanten und auch unsere Kunden vor zahlreichen Herausforderungen. Wir werden aber alles tun, um für unsere Partner da zu sein, um flexibel zu bleiben und um kurzfristig reagieren zu können – beispielsweise, indem wir Mindestmengen herunter fahren. 

Sind denn alle Waren wieder verfügbar?
Das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Manche Länder hat es ja viel schwer getroffen als uns – beispielsweise Italien oder Spanien. Deshalb müssen wir Lieferketten neu aufbauen und Mengen neu bündeln.  


Wir hoffen aber, dass alle unsere Partner das überstehen. Wir werden alles tun, um unseren Lieferanten möglichst schnell wieder eine Plattform zu bieten, damit Betriebe, die über Generationen bestehen, nicht wegen der aktuellen Situation schließen müssen. 

 

Wie sieht die Prognose für den Rest des Jahres aus? 
I
ch bin Optimist. Es wird schwierig werden, aber ich habe die Hoffnung, dass alle unsere Partner diese Situation überstehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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