Das WeinMahlEins im Januar:
Prism

Ein Abend in lauschiger Atmosphäre, einzigartige Weine aus dem Libanon und ein Dessert, das seinesgleichen sucht. So oder so ähnlich lässt sich das WeinMahlEins im „Prism“ recht treffend zusammenfassen.

Bildquelle:  Anthea Schaap

 
Wie es aussieht wenn sich die (kulinarischen) Herzen einer deutschen Top-Sommelière und eines israelischen Spitzenkochs vereinen, zeigen das Paar Jaqueline Lorenz und Gal Ben-Moshe mit ihrem Team im Restaurant Prism in Charlottenburg. Dort vermählen sich seit einem Vierteljahr levantinisch-europäisch inspirierte Spitzenküche mit außergewöhnlichen Weinen.
Die Gerichte dieser Liaison tragen die Handschrift des mit 16 Punkten im Gault-Millau ausgezeichneten Ben-Moshe. Seine Verlobte Lorenz, die zu den 50 besten Sommeliers Deutschlands gezählt wird, sorgt im Tagesgeschäft für die passende Weinbegleitung. Zum WeinMahlEins wird sie von Kelly Khaled vom Berliner Weinimporteur Caracter Wines unterstützt. Er präsentiert Rot- und Roséweine seiner Heimat – dem Libanon. Der Weißwein des Abends ist die einzige Ausnahme und reiht sich dennoch wunderbar in das Menü ein: Der Bargylus Blanc ist eine Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon Blanc und kommt aus Syrien.

1. Gang: Blumenkohl mit Trauben, Couscous und Mandeln

2. Gang: Weidelamm Tartare mit Austern und Apfel

3. Gang: Wolfsbarsch mit Gurke und Sauerampfer

4. Gang: Ente mit Hindbeh und Kichererbsen

Dessert: Abinao mit Tabak und Maulbeeren

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Und so gleicht dieses WeinMahlEins einer Romanze der Kulturen und Geschmäcker, die sachte beginnt, zwischendurch abwechslungsreich wird und ihr Happy End in einem großartigen Dessert findet.
Das Amuse Gueule deutet bereits an, welche Fusionen die Levante-Küche im Prism bereit hält: Das Thunfisch-Tatar mit Zabaglione ist gebettet auf „Asche“, wie Ben-Moshe sie nennt. Tatsächlich handelt es sich um Baharat – eine arabische Gewürzmischung. Auch der erste Gang, eine vegetarische Variation vom Blumenkohl mit Trauben, Mandeln und Couscous, zeigt deutliche Einflüsse dieser Küche aus dem östlichen Mittelmeerraum, die gerade zahlreiche Lokale in Deutschland, Österreich und der Schweiz erobert.
Während für manche Gäste des Abends die vegetarische Blumenkohl-Variation nicht mehr zu toppen scheint, zeigen andere sich noch begeisterter von dem, was da folgt: Zunächst Wolfsbarsch mit Sauerampfer und Gurke. Gefolgt von Ente mit Kichererbsen und Hindbeh – eine mit dem Chicorée verwandte Wildpflanze aus dem Libanon. Auch hier schließt sich also ein Kreis.
Ganz egal, ob wir den vegetarischen Gang, den Fisch oder das Fleisch zu unserem Favoriten des Abends gekürt haben: Wir alle haben die Rechnung ohne das Dessert gemacht.
Inspiriert durch die Shisha-Bars der Stadt präsentiert uns Ben-Moshe in handwerklich geschickter und gleichzeitig ungewöhnlich innovativer Form…Tabak. Die stichfeste Mousse aus Zigarrentabak mit dunkler Albinao-Schokolade und einem Sorbet aus Maulbeeren eint Raucher und Nicht-Raucher: Das ist mit Abstand der beste Tabak, den wir je kosten durften. Manche gehen sogar ein Stückchen weiter und zählen das Dessert zu den besten ihres Lebens.
Es bleibt offen, ob es Ben-Moshes Liebe zur Heimat ist, die man in jedem Gang schmeckt oder seine innovative Handschrift, die seine Gerichte tragen. Oder doch die Weine aus dem Libanon, die so außergewöhnlich und gleichzeitig einfach lecker sind, dass wir gerne noch einen Schluck mehr nehmen. Doch am Ende des Abends verlassen wir das Prism mit einem Grinsen im Gesicht und der Gewissheit: Wir kommen wieder!