Das WeinMahlEins im Juli:
1687 Restaurant & Cafe

Das Restaurant Richard ist eine Perle die es zu beachten gilt in der Berliner Sterneszene. Der Künstler Hans Richard hat hier ein Kunstwerk geschaffen: beim Essen, beim Service aber auch bei der Gestaltung des Restaurantsaals. Der perfekte Ort für Kulinarik, Inspiration und inhaltsreiche Gespräche.

 
„Anno 1687 weihte Königin Dorothea für die aus Frankreich zugewanderten Hugenotten die erste protestantische Kirche Berlins, ein Zeichen des Danks und der Anerkennung. Die neuen Freunde aus der Ferne bereicherten die preußische Gesellschaft und wurden dementsprechend mit offenen Armen integriert, 330 Jahre ist dies nun her und doch so viel moderner als unsere heutige Zeit… Die Kirche fiel einem längst vergangenem Regime zum Opfer, die Neuzeit schenkte uns dafür das Restaurant 1687 in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor. In der Tradition dieses geschichtsträchtigen Ortes führen die Kosmopoliten Simone Apitz und ihr preisgekrönter Küchenchef Tomasz Trabski ein multikulturelles Team welches höchsten Ansprüchen gerecht wird. Wir dinieren diesmal bei DEM Newcomer der Berliner Spitzenrestaurants. Die sommerlich-frische Weinbegleitung kommt vom südtiroler Weingut Hofstätter

1. Gang: Frittierte Auster an Mango und Salicorn

2. Gang: Jakobsmuschel im Erbeersud an Feige

Zwischengang: Stubenküken, Sot-l’y-laisse, Aprikose und Morchel

Zwischengang: Apfel-Petersilien-Sorbet

1. Hauptgang: Wildtaube auf Lammbauch mit Aubergine und roter Bete

2. Hauptgang: Cote de boeuf

< >
Trabski fängt uns sofort ein und lässt uns den ganzen Abend über nicht mehr los, er beginnt mit einer frittierten Auster an Mango und Salicorn, welch Aromen-Spektakel! Es geht fruchtig weiter ohne den Bogen zu überspannen, denn die Jakobsmuschel im Erbeersud an Feige widersteht der Gefahr zu süß zu sein und findet durch die Schärfe der Sakura-Kresse in ein vollendetes Gleichgewicht. Stubenküken, Sot-l’y-laisse, Aprikose und Morchel folgen, so standen diese Protagonisten bisher wohl noch in keinem Gang zusammen. Fragt sich nur warum, denn wir sprachlosen Gourmands verfallen spätestens jetzt dieser Küche Trabskis. Basierend auf der klassischen Lehre der französischen Küche, geerdet in der Berliner Realität und veredelt durch kühne Kreativität. Sie ist vertraut und doch neu, erhaben aber nicht arrogant, frech wie seriös, sie ist vollkommen.
Wir legen unsere Menükarten nun beiseite, widerstandslos geben wir uns den Ideen dieses Küchenteams hin. Denn sie wissen was sie tun. Künstler brauchen keine Meinungen sondern nur Publikum. Auch wenn das Apfel-Petersilien-Sorbet perfekt ist, wir löffeln es hektisch weg damit wir mit der Menüfolge weitermachen können. Im letzten Moment meldet sich zum Glück der Gaumen der uns auf dieses grüne Gold hinzuweisen weiß. Endlich dürfen wir die Hauptgänge entdecken. Wildtaube auf Lammbauch mit Aubergine und roter Bete, ist dies noch Essen oder schon Poesie? Der wundervolle Service schreibt das Gedicht weiter und tranchiert das vorzügliche Cote de boeuf am Gast. Sommerfrüchte, edle Rose und eine sensationelle Muscovado-Reduktion krönen diesen Abend.
 
Es ist spät geworden und doch viel zu früh um zu gehen. Der warmherzige Küchenchef verabschiedet uns wie alle anderen Gäste persönlich. Mitten in unseren Danksagungen bricht es dann aus uns heraus: wo denn dieser Weg hinführen soll wollen wir wissen. Trabski lässt sein Werk für sich sprechen und ist viel zu bescheiden um das Offensichtliche auszusprechen. Doch das Funkeln in seinen Augen gleicht den Sternen über dem Kirchplatz.“