Das WeinMahlEins im Oktober:
The Grand

Im Oktober führt uns das WeinMahlEins ins The Grand. Mit seinen unverputzten Wänden im Shabby Chic gibt sich dieses Restaurant besonders lässig – ganz wie der Küchenchef Tilo Roth, der durch ein erstklassiges Menü führt, das keine Experimente nötig hat.

 
Back for Good… da ist er wieder, der Grandseigneur der Fleischeskunst ist zurück im Grand. Tilo Roth wie er leibt und lebt. Herzliches Lachen, schnittige Frisur, elegante Kochjacke und dazu Adidas Samba an den nicht still stehenden Füßen. Dieser Typ ist einfach cool, hält zwischen den Gängen jedes Mal eine kurze Rede und orchestriert souverän seine Menüfolge. Diese hat keine Experimente nötig, warum auch? Die Alternative zu Lecker wurde noch nicht entdeckt, und dieser Mann is(s)t einfach lecker. Als Winzer erwählt wurde Gerrit Walter vom gleichnamigen Weingut, eine tolle Wahl die uns stylsicher durch den Abend begleitet.
Wir starten vegan, überraschend bei diesem Gastgeber. Der Wohlgeschmack jedoch nicht, der Mann kann kochen. Saisongerecht gibt es wilde Poverade, gefüllt mit Hokkaido-Kürbis auf knackigem Zucchini-Salat. Scheiben vom Kobefilet in einer klassischen Consommé erfüllen dann die Erwartungen die wir ursprünglich an diesen Abend hatten. Große Kunst in einer Szenerie morbiden Charmes, gewollten Verfalls und gerade dadurch zwangloser Eleganz, die Cineasten das Gefühl gibt einer Folge Babylon Berlin gelandet zu sein.

1. Gang: Wilde Poverade, gefüllt mit Hokkaido-Kürbis auf Zucchini-Salat

2. Gang: Scheiben vom Kobefilet in einer klassischen Consommé

3. Gang: Japanischer Hamachi auf Foccacia-Tramezzini mit Paprika und Chorizo

4. Gang: Tranchen vom Pommern Entrecôte und Filet

Dessert: Schokoschnitte mit Himbeersorbet und Passionsfrucht

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Dieses „Mehr“ folgt in Form zweier vegetarischer Teller. Wer nun verdutzt über fleischlose
Gerichte im Fleisch-Restaurant ist, dem sei gesagt, dass beide Gänge durchaus mit den
Beef-Gerichten mithalten können.
Nach einem frischen Salat vom gegrillten grünen Spargel, der an einen lauen
Sommerabend in Norditalien erinnert, serviert uns das Team ein Risotto Castelmagno mit
Walnüssen und Honig. Das Gericht ist vollmundig und der italienische Hartkäse in einer
perfekten Menge gewählt, sodass er sich mit der Süße des Honigs und den Nüssen nicht
gegenseitig die Show stiehlt. Wir alle geraten ins Schwärmen. Das ist definitiv Soul Food!
Mehr noch: Der Teller gehört für viele zu den Höhepunkten des Abends.
Ein weiteres Highlight folgt – wie sollte es in einem Steak-Restaurant anders sein – im
nächsten Gang mit zwei ordentlichen Stücken Fleisch. Vor uns liegen unser Irish Nature-
Flanksteak und ein Bistecca Panzanese. Beide Stücke kommen vom Grill, die Röstaromen
steigen uns in die Nase und vermischen sich mit dem Duft der weißen Cannellinli Bohnen.
Dieser Gang ist simpel. Und genau das macht ihn aus: Schon der erste Bissen versetzt
uns in eine kleine gemütliche Trattoria mitten in der Toskana.
Die toskanischen Weine untermalen unsere kleine Genuss-Reise: Während die
Leichtigkeit des Spargelsalats mit einem fruchtigen roten Morellino di Scansano kombiniert
wird, trinken wir zum Risotto mit dem roten „Saffredi“ eine schwere und dennoch frische
Mischung aus Cabernet Sauvignon und Merlot, die Winzerin Elisabetta Geppetti nach
ihrem Mentor Fredi benannte.
Erst im Dessert wechseln wir wieder zurück zu Weißwein. Der SolAlto ist ein goldgeber
Wein aus edelfaulen Trauben, dessen süßes Aroma an Rosinen erinnert.
Apropos Dessert: Auch das als solches überzeugt. Wir genießen eine Panna Cotta mit
Safrannote an gerösteten Pistazien und Beeren. Einfach lecker!
Dieser Abend ist eine gelungene Mischung: Das hochwertige Fleisch, die Menüauswahl,
der italienische Charme und die kleinen Anekdoten zu den Weinen führen dazu, dass wir
uns einfach wohlfühlen. La Dolce Vita eben…